BSV-International in Uganda PDF Druckbutton anzeigen? E-Mail
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Donnerstag, 22. Februar 2018 um 22:08
Der ehemalige Jugendspieler des BSV Soeren Mades, der auch einige Einsätze in der 1.Herren zu verbuchen hat, weilt aktuell im Rahmen eines Praktikums im afrikanischen Uganda. Der „Science of Water“-Student unterstützt dort die Hilfsorganisation Viva con Agua und verbringt in seiner Freizeit viel Zeit auf dem Bolzer. Viele seiner Mitspieler tragen Trikots von Barca, ManU oder Arsenal. Soeren vertritt die Farben des BSV und spielt in Blau-Weiß. 
Wie man auf dem Gruppenbild sieht, freuen sich die Kicker aus Uganda über den Besuch aus Deutschland. Doch auf dem sandigen Bolzer ist es egal, ob Deutschland oder Uganda, egal ob Blau-Weiß oder Rot-Schwarz: So hat Soeren eine klare Botschaft:"In Zeiten der AfD gilt es, die Flüchtlingsdiskussion nicht denen zu überlassen, die am lautesten schreien und hetzen. Natürlich sind die bekannten Problematiken, basieren sie auf Eingliederungsschwierigkeiten und Unterschieden in Kultur und Lebensverständnis oder seien sie schlichtweg bürokratischer bzw. struktureller Natur, sehr divers sowie diffizil und es gehört darüber gesprochen. Aber mal ganz davon abgesehen, dass viele Menschen nur auf der Suche nach einem sicheren, und ja, vielleicht auch besseren Leben sind, endet hier oftmals der Wechsel in die Gegenperspektive. Wir haben längst eine Welt geschaffen, in der jeder Mensch das Leben eines anderen auf der gegenüberliegenden Seite des Planeten beeinflusst. 
Ob die teilweise chaotischen Zustände, die wir mit Beendigung der nicht all zu weit zurückliegenden Kolonialzeit hinterlassen haben, die Verschiffung billigen Geflügelfleisches aus der Massentierhaltung, das nicht gut genug für den deutschen Markt ist und die Landwirtschaft im Zielland schwächt, die Freude über den Kauf von 10 T-Shirts für witzlose 10€ bei Primark oder der Erwerb von Fischereilizenzen durch die EU und weiterer führender Industiestaaten für die Meeresgewässer vor den Küsten Afrikas von korrupten Regierungen, wodurch selbst die einfachste, aber bedeutende Lebensgrundlage vieler Menschen - der umweltverträgliche Subsitenzfischfang - drastisch geschwächt wird: Die Liste der Auswirkungen unseres täglichen (globalen) Handelns und das der Lobby (Beispiel-Stichwort Rüstungsexporte) ist endlos lang und so oft wir davon direkt oder indirekt profitieren, leiden darunter meist die Menschen, die wir im realen Leben normalerweise eher selten zu sehen bekommen (haben). Und am Ende heißt es dann trotzdem zu Recht, dass Deutschland weder die halbe Welt aufnehmen kann, noch die Hauptursache für all das Elend dieser ist. Aber jeder kann dazu beitragen, sie ein klein wenig besser zu machen. 
Natürlich habe auch ich schon negative Erfahrungen mit Menschen mit ausländischen Wurzeln in Deutschland gemacht - gerade auf dem Fußballplatz. Aber davon abgesehen, dass es davon auch reichlich mit rein deutscher Beteiligung gab, kann ich genauso gut sagen: Egal, wo ich bisher in Afrika einen Fußballplatz betreten habe - und sei man der einzige Weiße - der Ball hat mich erreicht, bevor ich mich vorstellen hätte können. Und das lag sicher nicht an ihrer unbegründeten Hoffnung, dass die Beine in blau-weiß glänzenden Stutzen talentiert sein könnten. Kein asoziales Verhalten, kein Treten, kein Gepöbel - hier wird einfach nur Fußball gespielt.
Und so fühle ich mich hier auf den 50x100 Metern genauso wohl wie auf dem Grandplatz des BSV damals bzw. dem Rasen des TV Nebringen heute."