Gekommen, um das Finale zu gewinnen - Ein Erlebnisbericht PDF Druckbutton anzeigen? E-Mail
Spielberichte
Donnerstag, 02. Mai 2019 um 23:45
GWS

Es war der 31.10.2018. Der BSV gewinnt mit 3:0 in Ratzeburg und zieht somit ins Finale des Kreispokals ein. Seitdem hieß es immer: „Der 1.Mai ist der große Tag. Darauf arbeiten wir hin“. Es verging Woche für Woche und Monat für Monat und plötzlich stand dieser „große Tag“ vor der Tür. Es folgt ein chronologischer Rückblick, was in den vergangenen zwei Tagen alles am und rund um den Uhlenbusch passierte. 

 

Dienstag 30.4.

18:00 Uhr: Die Mannchaft trifft sich am Uhlenbusch am Abend vor dem Finale. Es sollen die letzten Dinge für den nächsten Tag aufgebaut werden. Wenn das Finale schon zuhause stattfindet, soll auch auf alles geachtet werden und jeder soll sich wohlfühlen.


19:00 Uhr: Alles ist aufgebaut und das letzte Training vor dem Finale kann beginnen. Der Rasen frisch gemäht, die Linien schon gezogen. Wir trainieren also schon auf dem Platz, wo wir morgen den Pott holen wollen. Jedem einzelnen Spieler ist die Vorfreude anzusehen. Es könnte direkt losgehen. Passspiel und Abschlussspielchen, mehr steht nicht an. Einige angeschlagene Spieler lassen sich behandeln. Nach einer guten Stunde ist das Abschlusstraining beendet.


Ab 20:30: Der Großteil der Mannschaft bleibt am Uhlenbusch. Es wird zusammen gesessen und über den nächsten Tag philosophiert. Die typischen „Wenn..., dann...“-Phrasen. Eine davon sollte sich am nächsten Abend bestätigen. Um 22:00 geht das Licht am Uhlenbusch aus, doch für einige geht es noch weiter. In Absprache mit dem Trainer geht es zum Tanz in den Mai oder zum Maifeuer - alles gesittet. Andere gehen einfach schlafen. Frei nach dem Motto: „Je eher ich schlafe, desto eher ist morgen.“


Mittwoch 1.5.

Davon abgesehen, dass unsere Edelfans Thomas und Thorsten bereits ab 5:15 Uhr bzw. 3:15(!) Uhr wach waren, vor Aufregung nicht mehr schlafen konnten und schon Motivationsplakate geschrieben und die Musik-Playlist erstellt haben, waren die Jungs alle vorbereitet und bereit.


Ab 8:00 Uhr: Jetzt wacht man also auf, bis zum Anpfiff sind es aber noch neun Stunden. Womit vertreibt man sich nun die Zeit? Frühstücken fahren, sich in Pflege begeben, bei Gothmann essen gehen oder einfach auf der Couch liegen. Bis es dann endlich zum Uhlenbusch ging, lief die Vorbereitung bei jedem unterschiedlich ab.


13:00 Uhr: Die ersten Finalspiele am Uhlenbusch laufen und die ersten Spieler des BSV betreten den heutigen Schauplatz. Bis zum offiziellen Treffen sind es noch zwei Stunden. Doch in der Kabine ist schon alles bereit. Obst und Säfte sind vorbereitet und die ersten Spieler begeben sich in die Obhut der Physiotherapeutin. Nach und nach trudelt die gesamte Mannschaft ein. Und bei jedem Einzelnen ist die Vorfreude zu sehen. Vorfreude auf das Spiel, auf das Finale, auf die Kulisse – einfach auf das Ganze.


15:00 Uhr: Alle sind da. Gemeinsam beobachtet man das Finale der unteren Mannschaften und sieht, dass auch der Gegner aus Siebenbäumen den Weg zum Uhlenbusch gefunden hat. Zitat eines Spielers: „Schön, dass ihr hier seid. Nachher seid ihr froh, wenn ihr wieder weg seid.“. Auch wenn man sich kennt und mit einigen noch quatscht, merkt man schnell, dass der Anpfiff und die Anspannung immer näher rücken. Auch wenn es noch bis kurz vor 16:00 Uhr dauert, bis der Trainer die finale Ansprache hält, ziehen sich die ersten Spieler um. Der Anpfiff kann einfach nicht abgewartet werden. In der Kabine läuft Musik. Irgendwas, Hauptsache laut!


Kurz vor 16:00 Uhr: Endlich. Die Besprechung beginnt. Erst eine persönliche Geschichte des Trainers, dann die Kernpunkte zum Gegner, dann die Aufstellung. Viel mehr bedarf es heute nicht. Die Mannschaft und das Trainerteam sind sich einig: „...dann holen wir uns diesen verdammten Pott.“.


16:20-17:00 Uhr: Die Kabinentür geht auf. Beim Rausgehen liest noch einmal jeder dieses Schild: „Der Uhlenbusch gehört uns!“. Jetzt geht es endlich auf den Rasen. Schon jetzt ist es eine gute Kulisse. Die ersten Bewegungen mit Ball auf dem grünen Rasen könnten besser nicht sein. Während sich die Zuschauerränge immer mehr füllen, merkt man beim Aufwärmen, dass der BSV dieses Finale unbedingt gewinnen will. Passspielform, Lauf-ABC, Spielform und Torabschluss – alles erledigt. Es geht wieder in die Kabine. Noch einmal sammeln, noch einmal kurz inne halten, bevor es zu dem Spiel rausgeht, auf das seit dem 31.Oktober letzten Jahres hingearbeitet wurde. Es folgt der obligatorische Kreis in der Kabine. Auch wenn niemand mehr motiviert werden muss, nimmt Niklas Stoltenberg sich die Mannschaft vor: „Männer, ihr müsst laufen, bis die Kotze rauskommt!“ Klare Ansage. Und dann soll es also losgehen. Ab jetzt sind es elf Männer, die in ihrer eigenen Welt sind. Völlig im Tunnel. Draußen warten die Einlaufkinder und die etwa 600 Zuschauer auf die Mannschaften. Kurz stellt sich die Frage, wer aufgeregter ist. Die Spieler oder die Kleinen?


17:00-17:45 Uhr: Anpfiff. Ab jetzt ist es eigentlich ein ganz normales Fußballspiel. Doch es sind schwierige Bedingungen. Der BSV spielt zunächst gegen den Wind, womit man nicht zurecht kommen wird. In den Anfangsminuten kommt der Gast zu zwei guten Chancen, welche jedoch vereitelt werden. Puh, einmal durchatmen. Spätestens jetzt weiß jeder, was hier für ein Spiel erwartet wird. Siebenbäumen mit einigen Chancen nach Standardsituationen, der BSV versucht es manchmal mit Fernschüssen. Kurz vor der Halbzeit dann kurz Stille am Uhlenbusch. Nach einem Freistoß kommt Siebenbäumen per Abstauber zum Führungstreffer. Verdammt, kurz vor der Halbzeit. Naja, nützt nichts. Scheißtor, Kopf hoch.


17:45-18:00 Uhr: Halbzeit. Intensive erste Halbzeit. Kräfte bündeln. Schnell macht sich die Mannschaft klar, dass nichts Schlimmes passiert ist. Die Marschroute ist klar: Den Gegner zustellen und diesen dominieren. „Männer, dieses Spiel drehen wir!“


18:00-18:45 Uhr: Gesagt, getan. Auch wenn der Gegner zunächst zwei Torschüsse hatte, wurde der BSV immer besser und sorgte dafür, dass die klassenhöheren Siebenbäumer nicht wirklich mehr aus ihrer Hälfte rauskamen. Zu richtigen Chacen kam man zunächst nicht, bis Marvin Oden nahezu den kompletten Uhlenbusch erlöste. 1:1. Noch 20 Minuten. Und die Mannschaft merkt, dass hier mehr geht. Sie macht weiter Druck. Erst vergibt der BSV freistehend knapp vorbei, kurze Zeit später zeigt der Keeper von GWS seine ganze Klasse. In der zweiten Halbzeit hatte der BSV das Spiel in der Hand und man dachte sich: „Dieses Spiel können wir einfach nicht verlieren.“. Und plötzlich kommt Siebenbäumen doch noch einmal vor das Tor. Der Ball klatscht an die Latte. Glück gehabt. Und in der letzten Minute wieder rüber auf die andere Seite. Blau-weiß schießt das 2:1 – aber abseits. Also bleibt es beim 1:1. Was das im Pokal bedeutet, weiß jeder.


Ab 18:45 Uhr: Nun also Verlängerung. Und wieder zunächst gegen den Wind. Doch wirklich was passieren wird in den folgenden 30 Minuten nicht. Eine gute Chance auf jeweils einer Seite, aber die Kräfte lassen in den 2x15 Minuten bei beiden Mannschaften nach. Es kommt also zum absoluten Höhepunkt.


Ab ca 19:30 Uhr: Der BSV bestimmt seine fünf Schützen. Lindemann, Hermann, Jacobsen, M. Oden und Ehlers sollen für ihre Farben treffen. L. Oden im besten Falle im besten Falle schon vorher welche parieren. Und es startet perfekt, denn er pariert den ersten Versuch der Grün-Weißen. Während Lindemann und Hermann für den BSV treffen und auch Siebenbäumen die nächsten beiden verwandelt, scheitert Jacobsen mit dem dritten Versuch für den BSV. Die beiden vierten Schützen treffen jeweils, sodass nun der Druck steigt. Für den GWS-Spieler war der Druck scheinbar zu hoch, denn sein Schuss konnte pariert werden. Mike Ehlers hatte nun den Sieg auf dem Fuß und konnte das Spiel entscheiden. Doch auch er zeigte Nerven und verschoss. Nun also im Sudden-Death-Modus. Erneut startet Siebenbäumen – und erneut versagen die Nerven. Der Ball landet nur am Pfosten und springt ins Feld zurück. Jetzt aber. Jetzt muss der Ball einfach nur rein. Und dann kommt diese eine Phrase, die am Abend vorher beim Abschlusstraining durchgegangen wurde. „Stell dir mal vor, es gibt Elfmeterschießen, ich halte die vom Gegner und schieße dann den entscheidenden Elfmeter rein.“ Torwart Lukas Oden nimmt sich also den Ball und legt ihn sich hin. Noch einmal in die Handschuhe spucken, auch wenn man sie heute gar nicht mehr braucht. Als Torwart weiß man, was nun im Kopf des Kontrahenten vorgeht. Und dann: Anlauf, Schuss, verladen, drin. Völlige Ekstase am Uhlenbusch. Die Spieler und Trainer rennen auf den Platz, es gibt einen riesigen Haufen. Jeder brüllt irgendwas. Doch jeder weiß: Wir haben dieses Spiel gewonnen. Wir haben dieses Finale gewonnen. Wir haben unseren Uhlenbusch verteidigt, denn er gehört uns. Die Fans haben gemerkt: Diese Mannschaft ist nicht gekommen, um das Finale zu spielen. Die Mannschaft ist gekommen, um dieses Finale zu gewinnen!


Ab „Uhrzeit ist inzwischen egal“: Es folgen die üblichen Feierlichkeiten. Aus dem typischen „2045“ wurde „2019“, der BSV bekam den Pokal überreicht und machte das Siegerfoto im Tor. Doch danach ging die Party so richtig los. Draußen auf dem Platz, drinnen in der Kabine und auf dem Dach der Kabine. Überall wurde gesungen, mit Bier geduscht und sich freudig umarmt. Doch irgendwann wurde es kalt und dunkel. Also mussten die Pokalsieger weiterziehen.


Ab „später“: Es ging an den Wattelsberg. Zur Firma von Thorsten. Der Thorsten, der seit 3:15 Uhr wach ist und um diese Uhrzeit für genau diesen Moment schon die Playlist vorbereitet hat. Getreu dem Motto „Egal was, Hauptsache laut“ wurde weiter gefeiert. Auf den Bänken, auf den Tischen und auf dem Boden wurde gesungen. Ganz egal ob Mamma Mia oder Schwarze Natascha. Zwischendurch gab es natürlich auch was zu essen. Pizza und Burger wurden geliefert. Das war allerdings schneller weg, als es auf dem Tisch stand. Also musste weiter gefeiert werden. Und das tief in die Nacht. Bis wann die ganze Feierei ging ist schwierig zu beurteilen. Denn nach Hause gehen und zu Hause ankommen ist immer noch ein Unterschied.


Donnerstag 2.5.

Aufwachen. Erster Gedanke ist direkt wieder das Spiel. Tausend Bilder und viele Emotionen sind immer noch im Kopf. Auch wenn die Spieler unterschiedlich in den Tag starten, sind sie alle Pokalsieger. Einer ist bereits bei der Nachtschicht, ein anderer fängt heute einen neuen Job an und noch ein anderer muss morgens wieder in der Uni sein. Doch die meisten haben es clever gemacht. Sie haben sich frei genommen. Ausschlafen, wieder fit werden und in Ruhe noch einmal alles von gestern verarbeiten.


Es waren also aufregende Stunden, die hinter uns liegen. Aufregend, aber erfolgreich. Denn wir sind gekommen, um das Finale zu gewinnen. Auf unserem Uhlenbusch. In unserem Zuhause.


Folgende Spieler gehörten in dieser Saison zum Kader des BSV und dürfen sich Pokalsieger nennen: Arne Riewe, Marvin Oden, Mike Ehlers, Niklas Hermann, Finn Sult, Lennart Brüggmann, Nils Lindemann, Jonas Kessler, Thorge Schlüter, Niklas Stoltenberg, Torben Römer, Lennart Jacobsen, Torben Brettschneider, Kim Tiedemann, Niklas Gothmann, Benedikt Weißleder, Lukas Oden, Andreas Wascher, Tobias Lüdtke, Christopher Rieckhoff, Fabian Seibel, Maurice Bernotat, Aljoscha Bachert, Timo Biallas, Niklas Schläfke

Trainer- und Funktionsteam: David Martensen, Daniel Martens, Jan Peters, Axel Wenzel, Dominique Sercaianu, Lena Schlie


Gute Besserung gehen an dieser Stelle noch einmal an Jan-Luca Holst, der nach einem Luftduell mit Jonas Kessler vom Krankenwagen abgeholt werden musste.


Vielen Dank zudem an Christian Grüneberg für die musikalische Unterstützung, Firma Woyand für die Elektrik und alle anderen fleißigen Helfer, ohne die dieser Tag nicht möglich gewesen wäre.